Mittwoch, 11. Januar 2023

Bilbo wird eingeschult - 6 Jahre Abenteuer mit dem Halbling

Die 6-jährige Tatjana mit hellblonden schulterlangen Haaren, weißer Brille, einem Mickey-Maus-Kleid, weißen Söckchen in Lackschuhen mit lila-blauer Schultüte

Leider haben wir kein Foto von Bilbos Einschulung für euch, daher muss meins von damals herhalten!

Nun ist es soweit: Bilbo wohnt jetzt schon seit sechs Jahren im Unterbauch links und hat es sich dort bequem gemacht. Wir haben uns lang nicht mehr gemeldet. Kurz nach meinem letzten Beitrag begann die Corona-Pandemie, was für mich als Transplantierte nochmal mehr Vorsicht hieß. Die Impfungen wurden gut vertragen und ich hatte das Glück auch schon bereits nach der 1. Impfung Antikörper gebildet zu haben. Leider nicht selbstverständlich bei Immunsupprimierten.

Nach einem Jahr Pandemie habe ich meinen Job gewechselt und konnte so ins Homeoffice. Ich habe ein super Team um mich rum und kann mich dort stetig weiter entwickeln, was ich auch bereits getan habe. Mal sehen, was da noch so kommt.

Auch sind wir wieder viel verreist: es ging zwei mal nach Kroatien, einmal nach Kiel, nach Holland (ja, nicht Niederlande, sondern richtig "Holland"), Kurztrips nach Baden-Württemberg und Tagestrips NRW-weit. Auch die ersten Reisepläne für 2023 sind gestartet. Mit Bilbo um die Welt ;)

Im letzten Jahr allerdings brauchte Bilbo scheinbar etwas Aufmerksamkeit (zum Glück nach den Urlauben). Nachdem wir im Juli dann auch mal mit Corona dran waren (ich habe es dank Antikörpertherapie besser als mein Mann weggesteckt), folgten innerhalb von drei Monaten zwei Harnwegsinfekte. Nach drei Jahren ohne war scheinbar mal wieder Zeit für einen Krankenhausaufenthalt.

Mittlerweile normalisiert sich der Kreatininwert wieder (derzeit bei 1,3). Nur das Phosphat macht Probleme: es ist zu niedrig. Das hatte ich mir an der Dialyse nie träumen lassen. Ich habe also den Freifahrtsschein zum Cola trinken und Schokolade essen - ok - Spaß beiseite - wir sind dabei es medikamentös einzustellen.

Den heutigen Tag verbringe ich mit gutem Essen am Abend, mit noch mehr Dankbarkeit als sonst und in Gedenken an meine Spenderin - da draußen sind Menschen, die heute den 6. Todestag eines geliebten Menschen begehen. Auch das bleibt nicht vergessen!

DANKE!

Freitag, 10. Januar 2020

Aller guten Dinge sind drei!

Viel ist in den letzten Monaten passiert. Kaum aus den Flitterwochen zurück, gab es leider ein paar Krankenscheine wegen Fieber. Das Fieber war dann weg und ein Routinetermin im Transplantationszentrum stand an. Während mein letztes Kreatinin bei 0,97 war (persönliche Bestleistung) traute sich mein Arzt kaum die Zahl mit einer 2 vor dem Komma auszusprechen. 2,8 ist halt eher nicht so spitze. Zur Erläuterung: bei einem nierengesunden Menschen sollte das Kreatinin je nach Muskulatur die 1,3 nicht übersteigen. Da ich nicht unbedingt für meine Fitness bekannt bin, kann die 2,8 nicht vom Hanteltraining und der Marathonvorbereitung stammen.

Man behielt mich auch gleich stationär. Kurz vor Weihnachten. Das erste Lächeln zauberte mir allerdings mein Arzt aufs Gesicht als er sagte, dass eine Abstoßung ausgeschlossen werden kann und es sich nur um einen Infekt handelt (Freude!).

Nach insgesamt 5 turbulenten stationären Tagen (ich durfte in der kurzen Zeit in 3 verschiedenen Zimmern hausen) ging es pünktlich vor Weihnachten mit einem Kreatinin von 1,8 nach Hause und ich konnte mit meiner Familie unterm Tannenbaum Weihnachtslieder singen und Geschenke auspacken. Mein letztes Kreatinin war nun bei 1,4. Mein persönliches Ziel ist es mit meinem Bilbo, von dem alle gesagt haben mit ihm komme ich nicht unter 1, erneut die Schallmauer zu durchbrechen und die 0 vor dem Komma zu erreichen.

Am Sonntag ist es wieder soweit: während in Österreich eine Familie den Todestag ihrer Angehörigen feiert, feiert Bilbo seinen 3. Geburtstag in meinem Bauchraum. Ich möchte, dass die Angehörigen wissen, das ich gut für ihn sorge und die Zeit in vollen Zügen genieße. Jetzt geht es aber erstmal darum im Job die Probezeit zu bestehen. Also bitte Däumchen drücken! Ich danke meiner Spenderin sehr, dass ich all das so unbeschwert erleben darf!

In diesem Jahr sind, wie soll es bei einer Tourismusmanagerin auch anders sein, auch schon wieder die ersten Urlaube in Planung. Von den 4 Trips wäre mit Dialyse lediglich einer komfortabel möglich. Die AIDA-Kreuzfahrt wäre unmöglich. Vom Festivalwochenende in Kroatien würde ich die Hälfte verpassen. Bei der Rundreise durch die Niederlande ist sehr viel Planung, Kommunikation und Hoffen auf freie Plätze notwendig. Einzig der Aufenthalt in Winterberg sei ohne viel Aufwand lösbar.

Kurze Anekdote zum Thema "Urlaub als Dialysepatient": Als ich mal einer Kommilitonin sagte ich würde in den Urlaub fahren, sagte sie ernsthaft, ich hätte mir die dialysefreie Zeit auch mal verdient!
Was ihr dazu wissen solltet: Dialyse kennt keinen Urlaub. Dialyse kennt keine Feiertage. Dialysezeit ist Lebenszeit.

Wir Nierenkranken können uns glücklich schätzen die Möglichkeit der Dialyse zu haben um zu überleben!

Mittwoch, 6. November 2019

Verliebt, verlobt, verheiratet!

Ich habe mich lange nicht gemeldet. Warum auch? Bilbo tut weiterhin seinen Dienst. Erst vorgestern habe ich einen weiteren persönlich gesetzten Meilenstein erreicht: einen Kreatininwert unter 1. Er war mit 0,97 zwar nur knapp drunter, aber er war drunter.

Einer der Gründe, weshalb ich mich länger nicht gemeldet habe, waren Hochzeitsvorbereitungen. Nachdem wir nun mehr als vier Jahre zusammen waren, davon schon 2,5 Jahre verlobt, traten wir nun auch der "Fraktion der Ringträger" bei, wie sich mein Nephrologe ausdrückte.

Was unterscheidet nun eine Hochzeit einer Transplantierten von der eines gesunden Menschen außer die pünktliche Tabletteneinnahme? Vielleicht sind es die Hochzeitsgäste. Denn erst, wenn man durch eine schwierige Zeit, mal wieder, gehen muss, bemerkt man, auf wen man zählen kann. Man lädt Menschen ein, die einem bei dem Weg durch Dialyse und Komplikationen nach der Transplantation begleitet und immer Mut zugesprochen haben. Deshalb waren auch Dialyseschwestern, ohne die ich die Zeit an der Dialyse nicht überstanden hätte, und auch der Urologe, der mich in der Reha nach der Transplantation insgesamt 6 Wochen täglich zum Ultraschall aufgemuntert hat, unter den Gästen.

An solchen Tagen bin ich meiner Spenderin besonders dankbar, da sie mir eine traumhafte Hochzeit beschert hat, auf der ich mit meinen Liebsten sorglos ausgelassen feiern und tanzen konnte.

Am 12.10.2019 ging es dann auch in die Flitterwochen. Es ging wie alle zwei Jahre nach Portugal. Wir verbrachten fünf Tage in Lissabon mit der Familie meines Mannes und anschließend ging es in eine klassische Hotelanlage auf Madeira in unsere Suite mit Meerblick und All-Inclusive zum Seele baumeln lassen.

Einfach wie andere Menschen auch ohne auf eine Dialyse in der Nähe achten zu müssen in den Urlaub zu fahren, ist für mich immer wieder ein Erlebnis von Dankbarkeit. Dankbar, dass ich mein Leben mit dem besten Ehemann der Welt genießen darf, bis dass der Tod uns scheidet! Wobei in unserem Kalender auch ein Kegeltermin im Jahr 2234 vermerkt ist. Frei nach: FÜR IMMER!





Samstag, 2. Juni 2018

HowTo: Dialyse

Heute begehen wir mal wieder den „Tag der Organspende“. Die bundesweiten Spenderzahlen sind weiter alarmierend. Während ich das Glück habe nun schon über ein Jahr mit meinem Bilbo das Leben genießen zu können, gehen andere Nierenkranke einem Teilzeitjob nach: der Dialyse.
Viele fragen wie sich Dialyse so anfühlt. Wenn man sich vorstellt, was während der Dialyse passiert, ist die Frage auch mehr als berechtigt.

Im folgenden spreche ich nur von der Hämodialyse, da ich nie Bauchfelldialyse hatte.

Ich begann meine Dialysekarriere im Alter von 12 Jahren über einen so genannten Sheldonkatheter im Hals, da es schnell gehen musste. Mein Kreatinin lag bereits bei 19,3. Erst ein paar Wochen später konnte der Shunt in meinen linken Unterarm gelegt werden. Während der Zeit bis der Shunt „reif“ wurde (er muss fleißig mit den allseits beliebten Anti-Stressbällen trainiert werden, um mehr Volumen zu bekommen), verbrauchte ich insgesamt drei Sheldon-Katheter, erst rechts, dann links und dann wieder rechts.

Die ersten Dialysen habe ich nur geschlafen. Der Körper war zu vergiftet, als dass ich überhaupt noch nachvollziehen könnte, was da passierte. Das einzige was mir in Erinnerung blieb, ist der Kommentar meines Bruders. Als er mich an der Maschine liegen sah mit den Schläuchen, die aus meinem Arm kamen, durch die das Blut in die Maschine gelangt, sagte er nur: „So viel Blut in meinem Zwerg!“

Erst nach und nach wurde mir bewusst, was da passierte. Das Blut wird quasi gewaschen. Je länger man dialysiert, umso mehr Giftstoffe kann die Maschine herausfiltern. Dabei handelt es sich meist um Phosphat, Kalium und Natrium. Zudem wird Wasser gezogen, da man als Nierenkranker in den meisten Fällen kaum oder gar keine Ausscheidung mehr hat. Man ist darauf angewiesen, dass die Maschine dem Körper überschüssige Flüssigkeit entzieht.

Nun zu der Frage: wie fühlt man sich? Das kommt darauf an. Wenn man in guter Tagesform ist und der Blutdruck durchgehend mitspielt, kann es eine angenehme Dialyse sein. Man merkt nichts, wenn beim Punktieren des Shunts alles gut geht. Dann hat man keine Schmerzen in den bei mir leider immer noch sehr zarten Gefäßen im Unterarm. Das lange Liegen führt manchmal dazu, dass man Schmerzen bekommt, wenn man eben falsch liegt. Zudem musste ich zumindest den Shuntarm auch immer ruhig stellen, da sonst die Maschine meckerte und Venen- oder Arteriendruck außer Kontrolle gerieten. Schwach fühlt man sich allerdings fast immer nach der Dialyse.

Wenn es eine schlechte Dialyse ist mit Blutdruckabfällen oder auch Schwindel, Übelkeit usw. kann es sich auch wie ein Marathonlauf anfühlen. Leider vertrug ich die Dialyse jetzt im Erwachsenenalter nicht mehr so gut wie damals. Während ich damals nach der Schule zur Dialyse ging und abends in der WG noch mit meinen Mitbewohnern gequatscht habe, war es diesmal so, dass ich mich danach erstmal 2 Stunden hinlegte, bevor nur irgendwas mit mir anzufangen war.


Während meiner Dialysezeit habe ich auch Wege gesucht mir die Dialyse angenehmer zu gestalten, sofern es möglich war. Außer dem tollen Frühstück vor Ort dienten der Dialysequalität folgende Tipps:

Dunkle Kleidung
Blutflecken sind keine schönen Flecken. Gerade weil man sich oft nach der Dialyse auf den Weg zur Arbeit, nach Hause oder sonst wohin macht, empfehle ich dunkle Kleidung, denn es wird häufig mal blutiger. Sei es beim Punktieren oder nach der Dialyse beim Abdrücken der Punktionsstellen.

Bequeme Kleidung
Eine Dialyse kann viele Stunden in Anspruch nehmen. Während ich damals an der Kinderdialyse nur 3,5 Stunden machen musste, hieß es mittlerweile nur noch „Dialysezeit ist Lebenszeit“. Daher erhöhte ich freiwillig meine Dialysezeit von 4 auf 5 Stunden erhöht hatte. Das lange Liegen im Krankenbett oder Sitzen auf den Dialyseliegen kann sehr unbequem sein. Deshalb sollte an den Anziehsachen nichts ziepen oder beengen. Ich trug meist eine Leggins oder Jogginghose und T-Shirt.

T-Shirt
Ich trug immer ein T-Shirt an der Dialyse. Dies lag einerseits daran, dass mir immer viel zu warm war andererseits konnte man so auch besser meinen Unterarm punktieren.

Dialysefrosch
Normalerweise werden die Schläuche durch die das Blut in die Maschine rein und aus der Maschine wieder rausläuft, an der Hand des Patienten befestigt. Dies schränkt die Funktion des Dialysearmes noch weiter ein und je nachdem wie fest die Schläuche angeklebt werden, kann es auch auf der Haut wehtun. Ein "Dialysefrosch" dient dazu, dass man ihn bspw am Bettlaken festmacht und die Dialyseschläuche durch ihn durchziehen kann. Somit hat man selbst keinen Kontakt zu den Schläuchen. Ich bekam einen an der Feriendialyse in Offenburg geschenkt und bin begeistert! Mehr unter: https://akut-dialyse.de/rotoclix.html

Externe Akkus oder Ladekabel
Die Dialysezeit kann sehr langweilig sein. Häufig schlafen Mitpatienten oder schauen Fernsehen. Da ich das heutige Fernsehprogramm nicht abkann, verbrachte ich die Dialysezeit meist am Smartphone oder Tablet. Damit diese Geräte im Dauerbetrieb die Dialysezeit durchhalten, ist es ratsam einen externen Akku oder ein langes Ladekabel, sofern freie Steckdosen vorhanden, mitzunehmen.

Kopfhörer
Andere Patienten sollten nicht mitbekommen, was man tut, bzw. will man es sich nicht mit denen verscherzen. Die aktuelle Spendenbereitschaft kann dazu führen, dass sowohl ich als auch mein Bettnachbar bis zu 10 Jahre auf eine Niere warten muss. Um den Frieden etwas länger aufrecht zu erhalten, sind Kopfhörer eine Wohltat.

Ich verbringe den heutigen Tag nicht an der Dialyse, sondern an einem Infostand zum Thema Organspende des Recklinghäuser Nierenkranke e. V.. Sollten euch noch Dialysetipps einfallen, gerne her damit!

Viele Grüße


Tajci

Freitag, 12. Januar 2018

Happy birthday - Bilbo arbeitet Vollzeit

Ein Jahr ist es nun her. Am 11. Januar 2017 erhielt ich "den Anruf" früh morgens um 2:12 Uhr. Es hieß ich könne mir etwas Zeit lassen, da die Explantation erst für den Mittag angesetzt war. Wir fuhren zwar aufgeregt, aber ohne Zeitdruck nach Münster. Es begannen die Blutuntersuchungen, Ultraschall und Röntgen. Gegen 9 Uhr kam ich nochmal an die Dialyse, damit die Niere nicht gleich überfordert ist. Um 14 Uhr verstarb dann meine Spenderin aus Österreich. Sie war gerade mal 50 Jahre alt. Ich weiß nicht, ob sie Kinder hatte, ob sie verheiratet war, wie sie gelebt hat, was ihr Spaß gemacht hat, aber ich weiß, dass sie mir hoffentlich viele, mindestens 1 Jahr, ohne Dialyse geschenkt hat. Dafür kann ich ihr gar nicht genug danken <3 eine Vermutung habe ich allerdings: sie hat kaum Kohlensäure zu sich genommen. Während bei mir Wasser vor der Transplantation gar nicht genug Kohlensäure haben konnte, ist es heute so, dass ich Kohlensäure nicht mehr gut vertrage und nur noch stilles Wasser trinke. Wer weiß, wer weiß? Vielleicht sollte ich mich nochmal an sämtliche Lebensmittel wagen, die ich zuvor nicht aß.

Am 12. Januar wurde ich dann um ca. 6 Uhr in den OP geschoben. Nach rund zwei Wochen arbeitete Bilbo ausreichend und die Dialyse war vorerst wieder Geschichte. Der Shunt läuft noch, aber erholt sich von den Strapazen der ganzen Fehlpunktionen während der Dialysezeit. Nach einer weiteren Operation, zwei Rehaaufenthalten und einem leichten Infekt kann ich sagen: mir geht es gut! Klar gibt es Tage an denen ich total kaputt und schlapp bin, aber immer noch fitter als an der Dialyse ;) das letzte Kreatinin am 10.01.2018 lag bei 1,3, der Spiegel ist super, der HB klasse - was will ich mehr? Dass es noch ewig so bleibt :)

Dieses Jahr war auch wieder der erste Urlaub ohne Dialyse. Es ging nach Portugal. Das war auch mit Dialyse noch der Plan, da ich bevor ich heirate die Verwandtschaft meines Verlobten kennen lernen wollte. Ich glaube die mochten mich ;) wir hatten zwei Wochen lang super Wetter, größtenteils gutes Essen, viel gesehen, kennen gelernt und eine schöne stressfreie Zeit! Nur der Strand war nicht so meins: ich bevorzuge Kies!

Die Planungen für dieses Jahr stehen auch schon fest. Es geht zwei Tage nach Wien, zwei Tage nach Freiburg, eine Woche nach Großbritannien, eine Woche nach Kiel und zwei Wochen endlich wieder nach Kroatien :) ich vermisse die Adria!

Für Januar 2019 ist eine Karibik-Kreuzfahrt schon gebucht. Frei nach dem Motto: solange man es kann, soll man leben und sich seine Wünsche erfüllen! Das war eigentlich schon für 2015 geplant, jedoch kam ich zwischenzeitlich leider wieder an die Nadel. Als ich dieses Mal meine Mutter fragte, ob wir nicht lieber 2020 fahren sollten, meinte sie nur: "wer weiß, ob dann noch die Niere läuft!" :D es klingt hart, aber je länger das Nierchen drin ist, umso wahrscheinlicher ist eine Abstoßung. Also: einfach machen.

Ich hoffe auf viele weitere Jahrzehnte mit Bilbo. Am Montag ist Jahrescheck in Münster. Da gibt es dann noch mehr Blut- und Untersuchungsergebnisse. Drückt mir bitte die Daumen!

Liebe Grüße

Tajci

Montag, 18. Dezember 2017

Wie erkennt man einen guten Nephrologen?

Eigentlich wollte ich einen Beitrag zum Thema "Dialysestart" schreiben. Darin sollte es darum gehen, was man als Patient beim Dialysebesuch beachten sollte, worauf die "Götter in Weiß" meist eher nicht kommen.

Jetzt geht es aber um den "Gott in Weiß", der in Jeans und Polohemd durch die Dialyse Heilbronn umherwanderte. Es geht um Prof. Dr. Michael Rambausek. Wenn er nicht in Heilbronn war, quälte er Studenten in Heidelberg. Hatte man nach einem Prüfungsmarathon einen Termin in seiner Praxis, erzählte er gerne von seinen Studenten und typischen Fehlern, die ihnen passierten.

Im März 2010, kurz nach einem unerklärlichem Anstieg der Nieren- und Leberwerte, wechselte ich wegen meines Studiums in die Nephrologische Ambulanz nach Heilbronn. Der erste Termin war schwierig zu bekommen, wie, so wie ich es mitbekomme, in allen nephrologischen Ambulanzen. Als ich dann die Vorstellung beim Prof. Rambausek hatte, fühlte ich mich gleich gut aufgehoben. Er interessierte sich nicht nur für meine lange "Diagnoseliste", sondern auch für mein Privatleben: Warum ich nach Heilbronn gekommen bin? Was ich bisher gemacht habe? Was ich nach meinem Studium noch vorhabe? Er nahm sich immer Zeit für seine Patienten. Dann nimmt man gerne längere Wartezeiten in Kauf. Ich zumindest ;) In der Praxis selbst arbeiten drei Ärzte, aber wie "Rambo" gerne sagte: "Frau Kordic nehme ich!" Es passte einfach.

Ich weiß noch, als ich das erste mal den europäischen Kontinent mit einer Kreuzfahrt verlassen wollte. Es sollte unter anderem nach Tunesien und Ägypten gehen. Ich frage, ob ich denn noch irgendwelche Impfungen benötigen würde. Er nur: "Haben Sie vor dort Sex zu haben?" Ich nur: "Ich habe einen Freund!" Er wiederholte seine Frage. Wir lachten. Ich verneinte. Er antwortete, dass dann schon alles ok sei.

Er ermutigte die Patienten, das zu tun, was sie für richtig hielten. Auf das Bauchgefühl hören und nicht wie in manchen TX-Zentren üblich sich an alle "Verbote" akribisch zu halten.

Im März 2014, 4 Jahre später in denen ich ca. alle 6 Wochen bei ihm zur Kontrolle war, kam ich während eines Aufenthaltes zu Hause (in der Nähe von Münster) wieder an die Dialyse. Die Ärzte der Uni-Klinik Münster telefonierten vorsorglich schon mit Heilbronn und richteten mir nur aus: "Da ist ein Arzt. Der heißt irgendwas mit Ram... Er wünscht Ihnen alles Gute und dass Sie wann immer Sie wollen zu ihm in die Dialysepraxis kommen können. Egal in welche Schicht Sie möchten. Er kümmert sich darum." 6 Wochen später war es dann auch so weit und ich setzte mein Studium in Heilbronn fort. Parallel dazu nun auch natürlich mit Dialyse am Abend von 18 - 23 Uhr.

Die erste Dialyse hatte ich in der Mittagsschicht, da die Spätpatienten erst mal den Umgang mit der Maschine erlernen müssen. Er kam zu meiner 1. Dialyse in Heilbronn persönlich vorbei. Er erkundigte sich wie es mir geht und machte mir Mut, dass schon alles klappen wird (zu dem Zeitpunkt stand mein Vater für eine Lebendspende auf dem Plan). Er ging aus dem Zimmer und meine Mutter fragte mich: "Wer war das denn?" Ich nur: "Der Professor hier." Ich hatte ihr schon ab und an mal von ihm erzählt. Ihr Kommentar: "Er sah aus wie ein Bauarbeiter!". Ja, genau so war er. Meist in Jeans und Hemd und total ungezwungen. Nach einer Woche Mittagsschicht kam ich in die Spätdialyse. Ich freute mich immer, wenn er Dienst hatte. Die anderen Ärzte waren zwar auch sehr kompetent und super nett, aber bei ihm war es persönlicher.

Eines Tages kam er in das Dialysezimmer an meine Liege und meinte nur: Na, meine Freundin. Geht es dir gut?" Ich nur: "Wie immer und dir?" Von dem Zeitpunkt an war klar, dass wir uns duzen. Er war auch immer sehr charmant und humorvoll. Das ist auch wichtig: Nie den Humor verlieren! Und dennoch konnte man immer mit ihm persönlich reden, wenn es mal um etwas Persönliches ging.

Warum ich das gerade heute schreibe? Ich habe vor ca. 1 Stunde von einer ehemaligen Mitpatientin erfahren, dass er am Samstag, den 16.12.2017 im Alter von 63 Jahren an einer schweren Erkrankung verstorben ist. Gerade erst vor wenigen Wochen schrieb ich eine längere Mail an das Zentrum, um ihm und auch dem ganzen Personal zu schreiben, wie gut es mir jetzt mit der neuen Niere geht. Ich habe mich für die Zeit in Heilbronn bedankt und hatte auch vor, demnächst mal vorbei zu sehen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das letzte Mal Anfang Januar 2015 da war und die ganze Zeit lediglich über Grüße ausrichten ließ, wie es mir geht. Was sagt uns das? Nichts aufschieben!

Also, wenn ihr die Diagnose eines Nierenleidens habt und einen Nephrologen sucht, hoffe ich, dass ihr so viel Glück haben werdet, wie ich es hatte. Ein Arzt, der sowohl kompetent als auch menschlich einfach toll war. Der sich für alle Belange, auch Persönliche, die den Patienten betreffen, die Zeit nimmt, die es braucht. Der immer ein offenes Ohr hat und auch mal Patientinnen Mut machen möchte, sich vielleicht doch nochmal listen zu lassen ;) Ein Arzt, der einem das Gefühl gibt, dass einem alle Wege offen stehen und man mehr auf sein Bauchgefühl hören soll statt auf "Regeln".

Ich wünsche seinen Angehörigen vor allem nun zum bevor stehenden Weihnachtsfest viel Kraft.

Danke für alles!

Montag, 24. Juli 2017

Sweet 16 – eine neue Niere ist wie ein neues Leben!

Heute am 24. Juli 2017 feiere ich meinen 16. Geburtstag. Da ich schon 29 bin, könnt ihr euch denken, dass es sich dabei nicht um einen normalen Geburtstag handelt. Es handelt sich um den so genannten „2. Geburtstag“. Viele Transplantierte zünden an ihrem „2. Geburtstag“ eine Kerze für den verstorbenen Spender an. Meine Spenderin lebt noch und erfreut sich bester Gesundheit. Woher ich das weiß? Am 24. Juli 2001 erhielt ich eine Niere meiner Mutter. Zuvor werden natürlich auch beim Empfänger einige Tests gemacht und geschaut, ob er überhaupt fit genug ist für eine Transplantation. Erst wenn das der Fall ist, kommt man überhaupt auf „die“ Warteliste von Eurotransplant.

Ich war bereits etwas über ein Jahr an der Dialyse und die Vereinbarkeit von Schule, Internatsleben und Dialyse wurde immer schwieriger. Zudem führen lange Wartezeiten bei Kindern häufig zu Entwicklungsverzögerungen. Für meine Eltern und Geschwister stand außer Frage, dass sie mir eine Niere spenden wollen. So wurden sie alle getestet. Damals war es noch nicht möglich blutgruppeninkompatibel zu spenden, sodass meine Schwester und mein Vater nicht in Frage kamen. Aufgrund meiner Unterbringung im Internat war ich während der Schulzeit in Marburg und in den Ferien in Münster an der Kinderdialyse. Marburg meinte, dass meine Mutter aufgrund ihres Bluthochdrucks als Spenderin nicht in Frage käme, wohingegen Münster sofort meinte: „Quatsch, den stellen wir ein und dann geht das.“ Das hört man in der Situation natürlich als Elternteil gern. Man will schließlich, dass das Kind so normal und gesund wie möglich leben kann. Also stand fest: in den Sommerferien wird transplantiert. Ein Kinderchirurg fragte mich noch, was ich denn mache, wenn die Niere eines Tages nicht mehr funktioniert. Mein 13-jähriges Ich antwortete: „Sie hat ja noch eine Niere!“.

Ich machte mir zu keiner Zeit irgendwelche Gedanken, dass es nicht klappen könne oder dass meiner Mama etwas passieren könnte. Erst später konnte ich nachvollziehen, dass der 24. Juli 2001 wahrscheinlich einer der schlimmsten Tage im Leben meines Vaters war. Während ich fröhlich mit den Sozialarbeitern der Kinderdialyse Münster noch Uno spielte und meistens gewann, stand er im Zimmer und wusste, dass gleich meine Mama in den OP kommt und darauf „tatina sura“ (Papas Mädchen). Vielleicht hatte ich auch die Ruhe weg, weil meine Mama und ich uns im Vorfeld noch kleine Kuschelbären gekauft haben, die gleich aussahen und die die ganze Zeit auf dem Nachttisch im Krankenhaus verbrachten als Glücksbringer. Aber das ist nur eine Vermutung. Ich habe den Bären noch, wie ihr dem beigefügten Foto rechts entnehmen könnt. Von der Kinderdialyse selbst gab es einen Löwen als Kuscheltier. Auch diesen habe ich noch. Der ist allerdings nicht so fotogen ;) Da ich mein Lieblingskuscheltier von zu Hause nicht mitbringen durfte (es war schon sehr alt und dreckig) schenkten mir meine Geschwister einen Bären als Kuscheltier. Ja, auf Kinderstationen wimmelt es von jeglichem Getier. 


Sowohl bei der 1. als auch bei der 2. Transplantation war mein Papa da, als ich auf die Intensiv zurück kam. Dort verbrachte ich damals lediglich 3 Tage. Bereits am 3. Tag wurde ich meinen Blasenkatheter los und es hieß: trinken, trinken, trinken! Meine Mutter lag ganz in der Nähe und kam mich auch gleich am Tag nach der OP mit allerlei Schläuchen besuchen. Erst vor kurzem zeigte sie mir wo sie und ich lagen. Da hat sie wirklich einen langen Weg auf sich genommen. Danach ging es für mich auf die Kinderstation in die Türme. Dort lag ich in Quarantäne. Alle durften nur mit Mundschutz und Kittel rein und ich durfte nur nachts auf der Station rumlaufen, wenn alle anderen Kinder schliefen und die Nachtschwester etwas Zeit hatte. Wir spielten dann häufig Uno. Meine Mutter wurde nach 5 Tagen entlassen. Kurze Zeit später musste sie nochmal kurz vorbeischauen, da sie die Warnungen der Ärzte nicht ernst nahm und flefißig wie sie ist, mal wieder staubsaugen wollte. Das war noch etwas zu viel Anstrengung. Nach insgesamt 2,5 Wochen ging es auch für mich nach Hause. Nun hieß es noch ungefähr 2 Monate schulfrei (bis etwa nach den Herbstferien) und Mundschutz tragen. Danach ging es leider mit 3 Monate lang wöchentlichen Harnwegsinfekten weiter, aber das war alles erstmal nichts im Gegensatz zur Dialyse.

Es war das schönste Geschenk was meine Mutter mir machen konnte. Ich konnte endlich wieder leben wie alle anderen auch. Kein Extraessen mehr in der Schule, kein Extrawasser für mich in der WG, keine verpassten Nachmittagsstunden mehr wegen Dialyse und der Notenschnitt fiel in den Keller. Während ich die Dialysezeit vor allem für Hausaufgaben und zum Lernen nutzte, hatte ich nun viel mehr Zeit für so tolle Dinge wie Freunden, Chorproben, Jungs, Theater AG, usw. Ich war auf einmal ein ganz normales Mädchen mit Wünschen wie jedes andere Mädel auch. Außerdem war das Verhältnis zu meiner Mutter dadurch in keiner Weise gestört oder irgendetwas. Ich glaube sogar im Gegenteil. Sie sah ein, dass es eine Spende ist und vertraute mir mit diesem wertvollen Geschenk schon gut umzugehen. Zumal es in der Klinik damals nur hieß: „Nun kannst du wieder alles machen!“, weshalb ich auch schon 3 Monate nach der Transplantation wieder am Reitunterricht teilnahm und im Stall Hufe auskratzte, wie alle anderen eben auch.

Ohne diese Niere wäre ich jetzt nicht da wo ich jetzt bin. Es wäre noch schwieriger gewesen mein Abitur zu schaffen. Ich sehe es daran, wenn ich mich mit anderen unterhalte, die im Schulalter erkrankten. Viele haben Probleme einen Schulabschluss zu erhalten. Danach dasselbe mit der Ausbildung. Ich habe es geschafft. Aber vielleicht auch nur, weil ich auf der Carl-Strehl-Schule der Blindenstudienanstalt Marburg war. Eine Regelschule, hätte vielleicht nicht häuftiger mal Rücksicht genommen. Nach meinem Abitur hatte ich die Möglihckeit noch eine Ausbildung zur Fremdsprachenassistentin zu machen. Nach einem halben Jahr ohne Job ging es für mich an die Hochschule Heilbronn. Dort habe ich Tourismusmanagement studiert und erfolgreich abgeschlossen. Nebenbei kam das Leben nie zu kurz. Ich reise gerne, bin viel unter Leuten und damals auch noch in dem Alter wo ich Festivals mit campen total toll fand. Heute bin ich eher derjenige, der sich in der Nähe vom Festivalgelände ein Zimmer bucht. Bin zu alt ;)

Ein besonderer Tag war und ist immer noch der 24. Juli dabei. An dem Tag habe ich jedes mal etwas besonderes gemacht. Entweder mit der Familie chic essen gegangen, mit Freunden Party gemacht oder einmal, 2010, wollte ich auch zur Loveparade. Gott sei Dank hat meine Freundin verschlafen und konnte nicht mehr rechtzeitig aus Hannover anreisen, sodass ich stattdessen an meinem 9. Geburtstag mit der Familie Eis essen ging. Für mein 3. Geburtstag plane ich auch bereits grob. Am 11. Januar, dem Todesdatum meiner Spenderin, werde wohl auch ich eine Kerze in Gedenken an sie anzünden. Mein Vater hat bereits kurz nach der Transplantation in der Kirche den Pastor darum gebeten, sie in die Gebete für die Verstorbenen der Gemeinde mit aufzunehmen, was natürlich gemacht wurde. Am 12. Januar werde ich dann wohl mit den letzten Vorbereitungen für meinen Geburtstag zugange sein. Am 5. Januar werde ich 30 und am 12. Januar wird meine 3. Niere ein Jahr alt. Wenn das mal kein Grund ist zu feiern. Diesen Geburtstag habe ich dann sowohl meiner Mutter als auch der unbekannten Spenderin zu verdanken. Wer weiß, ob ich es ohne die Spende meiner Mutter noch lange geschafft hätte.

Danke Mama, dass du mir mein Leben erneut geschenkt hast. Ich weiß, dass du und Papa es jederzeit wieder tun würdet, wenn es ginge, auch wenn ihr euch auch negative Erfahrungen mit dem Thema Lebendspende angehört habt. Ich habe die beste Familie im Rücken, die ich mir nur wünschen kann. Danke, dass ich mich immer auf euch verlassen kann und ihr immer für mich da seid. Euch muss man einfach lieb haben.

Donnerstag, 20. April 2017

WILL'SE MICH? - WÄHLT'SE MICH!

Es ist soweit: Ich trete im Wahlkreis 69 (Recklinghausen I) zur Landtagswahl NRW als Direktkandidatin für die PIRATEN an.

Warum mache ich das eigentlich?

2011 erreichten sie auch meine Wahrnehmung: die PIRATEN! Ich dachte mir: guter Ansatz, da muss ich mir mal das Programm zu Gemüte führen. Ich durchforstete das Internet nach öffentlichen Auftritten und schnell wurde mir klar, dass das was für mich wäre.

2012 dann in NRW meine erste Chance die Partei mit meiner Stimme zu unterstützen. Die Piratenpartei NRW zog mit einer 20-köpfigen-Fraktion in den Landtag ein.

Dann ging es los: es kam zu verschiedenen Gates, Mitglieder verließen die Partei. Im Juni 2013, wo immer mehr der Partei den Rücken kehrten, bin ich eingetreten. Schnell wandte ich mich an den Stammtisch an meinem Studienort und ich knüpfte mehr und mehr Kontakte innerhalb der Partei. Ende 2014 folgte mein Umzug zurück nach NRW in meine Geburtsstadt Recklinghausen. Auch hier wurde ich von den PIRATEN im Kreis schnell super aufgenommen.

Was mir bereits in Heilbronn, meinem Studienort, klar wurde: PIRATEN sind nicht nur Hacker und jung. Ich war bisher immer die Jüngste mit meinen mittlerweile 29 Jahren. Ich selbst habe nicht viel Ahnung von Computern aber interessiere mich dafür. Meine Themen findet man eher im sozialen Bereich und diese haben auch bei der einstigen "Internetpartei" ein Zuhause gefunden.

Wir stehen für ein Grundeinkommen. Das ist nur logisch, wenn man bedenkt, wie viele Berufsfelder aufgrund von Automatisierung in den nächsten Jahrzehnten gar nicht mehr gebraucht werden. Wollen wir all diese einstigen Arbeitnehmer in ALG I und dann in Hartz IV schicken? Wollen wir sie alle durch Sanktionen schikanieren? Nur ein Viertel der Klagen vor den Sozialgerichten gewinnen die Jobcenter. Das heißt, dass 75 % der Klagen berechtigt waren. Es sind immer noch viel zu viele Menschen, die denken, sie hätten keine Möglichkeit sich gegen Bescheide zu wehren. Es gibt noch zu viele Menschen, die sich nicht trauen, sich zu wehren. Das Jobcenter überweist schließlich monatlich den Betrag den man zum Überleben benötigt. #sanktionsfrei ist der Anfang.

Zudem finanzieren wir heute schon durch Steuergelder den ÖPNV, ob wir ihn nun nutzen oder nicht. Subventionen nennt sich das. Warum also soll nicht auch jede Bürgerin und jeder Bürger davon profitieren? #fahrscheinfrei nennen wir das oder in Langform: einen umlagefinanzierten ÖPNV. Jede Bürgerin und jeder Bürger beteiligt sich und darf im Gegenzug Bus und Bahn #fahrscheinfrei nutzen. In einer Zeit in der das monatliche Sozialticket mehr kostet, als im Hartz-IV-Satz insgesamt für Mobilität eingeplant ist, ist es eine Frage der Teilhabe. Alle Menschen sollen beim ÖPNV die Möglichkeit haben, teilnehmen zu können. #fahrscheinfrei bedeutet auch keinen Tarifdschungel mehr, keine Gefängniskosten mehr für Schwarzfahrer, eine attraktivere Gestaltung des ÖPNV, besseren Service und für die verbliebenen Autofahrer: weniger Stau! Machbarkeitsstudien belegen, dass es möglich ist. Städte wie Tallinn beweisen es Tag für Tag. Wir müssen nur wollen!

Das Thema Inklusion liegt mir auch sehr am Herzen. Ich selbst bekam meine Diagnose in den Sommerferien zwischen der 4. und 5. Klasse. Das Gymnasium auf dem ich angemeldet war, machte einen Rückzieher. Ich kann das nachvollziehen, da ich damals kein guter Kandidat für die inklusive Beschulung gewesen wäre. Ich wollte immer alles besser machen als die anderen und auf keinen Fall nach Hilfe fragen. Das wäre nicht lange gut gegangen. Somit kam ich für zwei Jahre auf die Sehbehindertenschule nach Gelsenkirchen in der ich hoffnungslos unterfordert war. Nach den zwei Jahren kam ich nach Marburg in die Blindenstudienanstalt, wo ich die Möglichkeit bekam, mein Abitur zu machen, was mir auch gelang.

Es geht darum, dass heutzutage kein Gymnasium mehr pauschal Schülerinnen und Schüler aufgrund der Behinderung ablehnen kann. Die Schülerin und der Schüler soll die Wahl haben und gemeinsam mit den Eltern entscheiden, ob es auf einer Regelschule oder einer Schule mit Förderbedarf besser aufgehoben ist. Auch wenn sich die Schülerin oder der Schüler zuerst für eine Regelschule entschieden hat, soll ein Wechsel auf eine Förderschule jederzeit möglich sein. Umstände verändern sich. Schülerinnen und Schüler entwickeln sich. Es ist immer im Einzelfall zu beurteilen, was das Beste für das Kind ist.

Allerdings sehe ich die Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Es geht dabei nicht nur um den Schulbesuch, sondern auch um die Inklusion in Bezug zur Freizeitgestaltung. Auch ich möchte einfach Mitglied in einem Fitnessstudio sein. Auch ich möchte mich in Sportvereinen betätigen. Auch ich möchte Attraktionen in Freizeitparks nutzen dürfen. Auch ich möchte alleine ein Schwimmbad besuchen können. Wir müssen die Barrieren in den Köpfen abbauen und aufhören Gruppen von Menschen mit Behinderungen zu bevormunden. Es gilt uns zuzuhören, denn wir haben da ein Wörtchen mit zu reden. Nicht ohne uns über uns!

Eine Thematik, die für mich erst innerhalb meiner Zeit bei den PIRATEN an Bedeutung gewann, ist die Transparenz und der Filz, der in den Kommunen bereits beginnt. Wenn einem eine Entscheidung des Rates seltsam vorkommt, muss man leider einfach nur sehen, wer davon profitiert und zack weiß man warum so entschieden wurde. Darauf habe ich keine Lust.

Ich möchte zudem, dass jede Bürgerin und jeder Bürger die Möglichkeit hat an Ratssitzungen teilnehmen zu können. Das ist in Recklinghausen leider nicht gegeben. Man muss körperlich anwesend sein. Meinem Bürgerantrag zur Einrichtung eines Audiopodcasts, der im Internet abrufbar sein sollte, wurde leider nicht zugestimmt. Berufstätigen, Pflegenden, körperlich stark eingeschränkten Personen wird diese Möglichkeit also nicht geboten. In Marl ging der Antrag komischerweise hier. Danke hier an den Marler Stadtrat!

Warum ich nicht in einer Partei bin, wo ich mehr Aussicht auf Erfolg hätte?

Wenn ich mir heute die Programme der Parteien ansehe, ist es lediglich das Programm der Piratenpartei hinter dem ich stehen kann. Zudem habe ich keine Lust auf Fraktionszwang. Die Partei, die mich "an der Backe" hat, wird auch meine Meinung aushalten müssen. Wenn ich in meiner eigenen Partei gegen mein Gewissen stimmen müsste, so wäre es nicht meine Partei. Man muss innerhalb einer Partei nicht immer einer Meinung sein. Jedoch möchte ich im Sinne der Transparenz nachvollziehen können, warum ein Mitglied z. B. für und ein anderes gegen einen Antrag stimmt. Ich bin froh in einer Partei zu sein, in der meine Meinung zählt und nicht nur meine Stimme. Eine Partei, die zwar finanziell nicht gut ausgestattet ist, aber deshalb auch nicht abhängig von Unternehmen aus der freien Wirtschaft ist.

Zudem mache ich Politik nicht des Erfolgs oder der Pöstchen wegen. Dann wäre ich nicht bei den PIRATEN. Ich mache Politik aus Überzeugung. Ich möchte die Welt ein kleines Stückchen besser machen. Nennt mich Idealist und Träumer oder Realitätsverweigerer. Damit kann ich leben. Ich kann jedoch nicht damit leben, nichts zu tun und Rechtspopulisten und Pöstchenjägern einfach so das Feld zu überlassen.

Momentan sieht es so aus, dass wir nicht wieder in den Landtag einziehen werden. Ich werde auch nach dem 14. Mai 2017 weiter unsere Ideen nach außen tragen. Wir machen dann wieder in dem Stil Politik, wie wir es vor 2012 auch gemacht haben. Nur diesmal haben wir eine bessere Ausgangslage: ihr kennt uns und könnt euch auch in zahlreichen kommunalen Parlamenten von unserer Arbeit überzeugen.

Sonntag, 29. Januar 2017

Der lang ersehnte Anruf - Reloaded

Der lang ersehnte Anruf – Reloaded

Ich habe mich lange nicht gemeldet. Das hat einen Grund. Am 11. Januar um 02:12 Uhr bimmelte auf einmal das Smartphone. Ich war verwirrt. Habe ich meinen Weckton umgestellt? Mein Freund guckt drauf und sagt nur „Münster!“. Jetzt wurde ich nervös. Erst vor ungefähr drei Monaten wurde ich nach etlichen Stunden nach Hause geschickt. Ich ging dran und es begrüßte mich eine sympathische Frauenstimme: „Frau Kordic, wir haben für Sie eine Niere angenommen. Wie sieht es aus?“ Ich, noch total verschlafen, weil ich erst zwei Stunden zuvor ins Bett gekommen bin, antworte nur: „Ich bin dabei. Ich werde nochmal in Ruhe duschen gehen und dann kommen wir.“ Sie erklärt mir wo ich hinsoll und ich antworte nur: „Ich weiß. War ja erst im Oktober da. Wir sehen uns dann nachher!“. Ich stand also auf, mein Freund Hélder (der beste Mann überhaupt) nimmt mich in den Arm und ich fange einfach an zu heulen. Die Angst ist da, dass es wieder nicht hinhaut. Dass ich wieder nach Stunden nach Hause geschickt werde. Was sagt mein Freund? „Dann sind eben aller guten Dinge drei.“ Ich hasse ihn für seinen Optimismus. Ich ging also ins Bad und ließ mir etwas Badewasser ein und duschte in aller Ruhe. Die nächsten Tage mit all den Schläuchen wird das so nicht möglich sein. Währenddessen packt Hélder die Tasche. Ja, ich hatte immer noch keine Tasche gepackt, aber wir waren so routiniert, dass wir sehr flink waren. Ich kam aus dem Bad und Hélder fönte mir die Haare, weil mir dabei immer schwindlig wird. Dann zog ich mir meinen Dialysedress an und wir fuhren los. Die Fahrt verlief wie schon im Oktober schweigsam. Das einzige was wir hörten war das Album „Immortalizsation“ von Disturbed. Das brauchen wir anscheinend auf der Fahrt nach Münster immer.

Wir kamen an. Ich nahm diesmal nur mein Smartphone mit. Schließlich mussten wir die Whatsappgruppe von Oktober wieder reanimieren und alle bei Laune halten. Dieses mal kam ein super humorvoller Pfleger auf mich zu und legte den Zugang mit einer Nadel für Babies. Ich sehe vielleicht nicht so aus, aber meine Gefäße sind einfach zu zart für Nadeln. Er machte dabei glatt ein Blutbad. Schöne Scheiße! Meine Jogginghose, die Gott sei Dank schwarz war, wurde Blut überströmt. Aber was ich nicht sehe, sieht bestimmt auch kein anderer. Er wischte den Boden und meine Arme, um den Anschein eines Mordes zu vertuschen.

Es ging weiter mit EKG, Röntgen, same procedure. Ihr wisst schon. Dann kam eine sehr motivierte Ärztin. Sie sprach wieder mal von einer Full-House-Niere aus Österreich. Diese soll am 11.01. um ca. 14 Uhr explantiert werden und dann auf dem schnellsten Weg nach Münster kommen. Wir hatten also noch viele Stunden vor uns. Viele Stunden in denen man mich wieder nach Hause schicken kann.

Auf Intensiv kam ich zu einer 70-Jährigen ins Zimmer, die einen Tag zuvor eine Niere erhielt. Sie war sehr nett und wir unterhielten uns etwas, da wir beide auf Grund ihres Monitors nicht schlafen konnten. Ihr Herz schien Purzelbäume zu schlagen. Nicht gut. An Schlaf war bei mir aber eh nicht zu denken, da es hieß ich käme am frühen Morgen noch an die Dialyse und an die Plasmapherese. Wir haben schließlich alle Zeit der Welt. Da kann man den Patienten auch perfekt vorbereiten.

Ich wurde mit einem Rollstuhltransport in der Chirurgie abgeholt. Ich, nichtsahnend, dass ich noch in einen anderen Rollstuhl draußen steigen muss, setze mich in Socken rein. Draußen am Rettungswagen dann die Erkenntnis: oh, mit meinen weißen Socken auf dreckigem Boden schnell in den anderen Rollstuhl. Das kann bei einer Nachtblinden nur schief gehen. An der Dialyse angekommen und mich der Socken entledigt, faseln natürlich alle davon, dass dies nun die letzte Dialyse sei usw. Ich war vollkommen übermüdet und mein Blutdruck verabschiedete sich regelmäßig. Ich hatte Hunger, Durst und wenn ich dann noch müde bin, ist vorbei ;) An der Dialyse lief alles ohne Fehlpunktion. Ich war begeistert. Hélder brachte mir ein frisches Paar Socken direkt an die Dialyse. Danke! Die Plasmapherese ist quasi wie Dialyse nur viel lauter. Es klingt die ganze Zeit wie ein Schleudergang einer Waschmaschine und mit melodisch haben die Alarme nichts zu tun. Man denkt eher an ein Nebelhorn, dass Alarm schlägt. Zudem wird man richtig durchgeschüttelt und friert. Ich zumindest.

So langsam wurde ich nervös. Wann geht es los? Wann kommt vor allem endlich der Anästhesist? Gegen frühen Abend kam ein Arzt und sagte mir jetzt käme alles darauf an, ob wir noch einen Linienflug kriegen. Die Transplantation findet zwischen 3 und 12 Uhr am 12.01. statt, mein Namenstag. Ich war immer noch hungrig, durstig und müde. Doch bevor sich das klärte wurde versucht Blut abzunehmen. Am Handgelenk, an den Händen, an den Füßen (warum glaubt mir eigentlich keiner, dass man an meinen Füßen nichts kriegt?) und dann nimmt die Gute noch zu wenig aus der Hand ab und muss 10 Minuten später nochmal was abzapfen. Klasse! Kaum war sie aus dem Zimmer, kam eine Schwester mit dem tollen Einlauf. Diesmal hatte ich keinen zum Händchenhalten, aber es verliert von mal zu mal seinen Schrecken.

Der Anästhesist kam und um 6 Uhr morgens, die Niere lag mittlerweile 16 Stunden auf Eis, ging es los. Im Vorbereitungsraum angekommen wurde ich gefragt was ich denn da wolle. Reine Absicherung. Ich meinte: „Ich glaube ich soll eine Niere transplantiert bekommen.“ Die Schwester nickte und alle freuten sich mit mir. Nachdem die Narkoseschwester mir riet ich solle an meinen nächsten Kroatienurlaub denken, schlief ich auch recht schnell ein.
Irgendwann wurde ich zwischen zwei Männern im Aufwachraum wach und dann ging es zurück auf Intensiv.

Wir hatten etwas Probleme mit meinem niedrigen Blutdruck. Der wurde über ein tolles Mittelchen über die Infusion gesteigert. An dem Tag schlief ich nur noch. In der Nacht wurde ich zweimal geweckt. Ich solle Resonium trinken. Ein Mittel um das Kalium zu senken. Toll, soll das nicht die Niere machen? Während meiner ganzen Dialysezeit hatte ich nie Probleme mit Kalium und musste nie diesen Ekelkram trinken und jetzt? Da wurde mir klar: irgendwas läuft hier schief. Am nächsten Tag wurden meine Befürchtungen bestätigt.

Beim Ultraschall sagte ein Arzt: „Dann schauen wir uns mal den Halbling an.“ Ich nur: „Haben Sie gerade meine Niere als Hobbit bezeichnet?“ Er: „Wenn Sie meinen!“ Mein Kommentar nur: „Darf ich vorstellen? Ihr Name ist Bilbo Beutlin.“

Nun hieß es die nächsten Tage abwarten und gucken, wann Bilbo anfängt zu arbeiten. Ich probierte alle möglichen Schmerzmittel durch, da ich übelste Probleme mit dem Blasenkatheter hatte. Mir ging es so schlecht, dass ich den angekündigten Besuch von meiner Schwester, Schwager und Bruder ablehnte, da ich sowas von gar nicht in Stimmung war.

Am 15.01. war es dann soweit: ich soll nochmal an die Dialyse. So habe ich mir das transplantiert sein nicht vorgestellt. 2001 lief alles super. Ich konnte sofort viel trinken und alles essen. Diesmal blieb es bei den ganzen Einschränkungen und jetzt auch noch Dialyse. Ich ahnte jedoch da noch nicht, dass das Schlimmste der Transport zur Dialyse ist. Ich und mein Blasenkatheter. Ich verfluche ihn. Bei jedem Ziepen schmerzt er ungeheuerlich. Was soll man schon von einer Blase erwarten, die gerade mal ein Fassungsvermögen von 100 ml hat. Ist halt alles ziemlich eng. Dass der Transport aber gerne mal mit der Trage Türen und jede erdenkliche Bodenwelle mitnimmt, ist für mich nicht unbedingt von Vorteil. Ich ließ die Dialyse über mich ergehen. Hélder kam mit Statistiken an, wonach bei 25 % der postmortalen und bei 5 % der Lebendspenden die Nieren nicht sofort anspringen. Das beruhigte mich kein Stück. Es begann eine volle Woche Dialyse, die nur durch einen freien Tag unterbrochen wurde an dem eine Biopsie gemacht wurde. Abends gab es das erste Ergebnis: ich habe eine Abstoßung. Von nun an hieß es erstmal weiter Dialyse und Plasmapherese. Also erst gemütlich Wasser ablassen und dann frieren und durchgeschüttelt werden. Gott sei Dank lernte ich nette Leute an der Dialyse kennen. Die Dialyse gab mir Struktur und Sicherheit. Während ich auf dem Zimmer nie wusste mit welchen Hiobsbotschaften die Ärzte um die Ecke kämen, wusste ich was mich an der Dialyse erwartet. Ich lag zwischenzeitlich 13 kg über meinem Sollgewicht und fühlte mich wie das berühmte Michelinmännchen. Dazu noch die ganze Zeit in sexy Nachthemden, weil eine Hose an diesem Blasenkatheter würde ich schmerzskalenmäßig nicht aushalten. Ein tolles Team und ab und an auch Medizinstudenten, die bei mir wahlweise Lupus, eine Aortenklappeninsuffizienz oder auch einen Pneumothorax diagnostizierten. Da kann ich ja froh sein, dass ich nur eine Niere bekommen habe.

Am 17.01. kam ich auf die Normalstation. An sich ein Fortschritt, wenn man aber regelmäßig frisch Transplantierte auf das Zimmer kriegt bei denen alles super läuft ist es einfach bitter. Vor allem wenn man Luxusprobleme mithört wie: „Oh mein Gott, ich muss heute noch mindestens 1,5 l trinken.“ oder auch mein anderer Favorit „Ach, dann nehme ich mal eine Banane. Die habe ich so ewig nicht gegessen.“

Die Plasmapherese schien zu helfen. Aus 50 ml Ausscheidung wurden 90. Ein voller Erfolg redete man mir ein. Ich war sagen wir mal dezent optimistisch. Nach dem Kreatinin traute ich mich gar nicht erst zu fragen und als meine Schwester mir Reste ihres Geburtstagskuchens mitbrachte verschmähte ich ihn. Lediglich ein paar Bissen vom Nudelsalat nahm ich zu mir. Boah, war der lecker. Durch die Tonnen Cortison über die Infusion verlor ich sämtliche Geschmacksnerven. Das einzige was ich schmeckte war süß, aber Hunger hatte ich sowieso keinen. Den Vogel schoss mein Bruder ab. Er backte das erste mal in seinem Leben einen Kuchen für mich, auf Grund eines Missverständnisses. Auch diesen musste ich verschmähen. Sorry! Aber wenn ich irgendwann entlassen werden sollte, nehme ich gerne eine Kostprobe.

Am 23.01. war die vorerst letzte Dialyse. Mir ging es danach richtig schlecht und ich war kreidebleich. Mein Hb war bei 7,1. Als am nächsten morgen die Schwester meinte ich sei noch bleicher, nahm sie gleich nochmal Blut ab: ein Hb von 5,7. Das hieß im Laufe des Tages wird es Blutkonserven geben. Mein erstes mal und ich hoffe in Zukunft kann ich wieder auf Epo zurückgreifen. Ich musste danach immer aufstoßen und da es durch den ZVK im Hals in den Körper lief war das alles etwas arg unangenehm und ich hatte das Gefühl ich habe nun einen Blut- und nicht mehr den Wasserbauch. Aber ich war wieder fit.

Ich bin nun eine Woche dialysefrei und bin nur noch 9 kg über meinem Sollgewicht. So langsam arbeitet Bilbo und seit drei Tagen trauen sich sogar die Ärzte mir meinen Kreatinin zu verraten. War er am 26. noch bei 4,9 ist er heute am 29.01. schon bei 3,3. Am 26. war auch die vorerst letzte Plasmapherese. Im Nachgang gab es wieder mal Rituximab. Ich bekam es vor vier Jahren bei einer Abstoßung in Heidelberg. Ich vertrage das Zeug gut. Die einzige Nebenwirkung ist Müdigkeit und da die kleine Chemo so um die 7 Stunden dauert, verging so die Zeit wie im Fluge.

Seit gestern bekomme ich endlich normales Essen. Die Trinkbegrenzung ist immer noch bei einem Liter, aber das ist nur halb so schlimm, wenn man wenigstens keine gewässerten Kartoffeln mehr essen muss. Aus dem Grund verschmähe ich die Suppen noch. Hélder wird mich, wenn ich entlassen werde, neu kennenlernen. Ich bin ein richtiger Suppenkasper. Das war während der Dialysezeit alles keine Option. Wir reden schon über einen Essensplan. Bei meiner Mutter habe ich schon Nudelsuppe mit Eierstich bestellt und als sie meinem Bruder am 28.01. eine Portion Nudeln mit Bolognese mitgab, war es eine Offenbarung. Das Kalium ist schon länger konstant unter 4, also kein Problem. An eine Banane habe ich mich allerdings noch nicht getraut. Der 28. war sowieso ein super Tag. Ich wurde mit der Zahl 1400 ml Ausscheidung geweckt. Erster Meilenstein erreicht. Hélder und ich haben ausgemacht, dass wenn ich die 1000 ml knacke, er mir nach 3 Jahren Abstinenz einen „White Chocolate“ von McCafé mitbringt. Gesagt, getan! Heute waren es nur 1120 ml, aber ich bin mir sicher, Bilbo wird mich morgen hoffentlich wieder positiver überraschen. Bei 1500 ml gibt es eine Bananenmilch. Man muss sich schließlich kleine Ziele setzen. Das einzig Blöde: ich hab es nicht in der Hand. Ich kann nur auf Bilbo vertrauen.

Eine tolle Überraschung bekam ich von meiner lieben Jenny. Nachdem Hélder und ich schnell merkten, dass das Buch „Eine neue Niere ist wie ein neues Leben“ nicht so tolle Lektüre ist, wenn die Niere nicht optimal funktioniert, waren wir erleichtert als Jennys Erstlingswerk „Alle hören auf Daffy, nur Daffy nicht – Abenteuer Blindenführhündin“ bei uns eintrudelte. Damit haben wir so viel zu lachen und es lenkt von den alltäglichen Sorgen ab.

Aktuell bin ich immer noch stationär, doch mittlerweile blicke auch ich optimistisch auf das Jahr. Morgen wird der ZVK gezogen und ich hoffe wir bekommen mein Hb-Problem in den Griff. Der ist nämlich wieder nur bei 6 *grml Ansonsten hoffe ich, dass ich die nächsten Tage meinen Blasenkatheter loswerde. Ich will endlich wieder eine Unterhose und meine nicht mehr Blut verschmierte Jogginghose anziehen, wie normale Menschen. Des Weiteren bleibe ich wegen meiner Blindheit häufiger mal mit den Strippen hängen. Das ist schmerzhaft.

Nun geht es auch daran zu schauen, wann es wie in Anschlussheilbehandlung geht. Unser Plan ist es, dass Hélder und ich gemeinsam gehen. Er muss schließlich jetzt auch erstmal lernen wie es ist mit einer frisch Transplantierten zusammen zu leben. Dazu passend findet am 18.02. mal wieder ein Patientenseminar in Münster im Schloss von der UKM statt. Wir werden die Workshops „Ernährung nach Transplantation“ und „Langzeitrisiken nach Transplantation“ besuchen. Ja, ich gehe davon aus, dass ich bis dahin zu Hause bin und vor allem wieder in Klamotten.

Meine Wünsche sind, dass das Kreatinin weiter fällt und der Hb als auch die Ausscheidung steigt. Vor allem aber bedenkenlos trinken und essen. Ich hoffe mein Shunt hat die nächsten Jahre erstmal Ruhe und darf sich ausruhen. Er ist schließlich schon 17 Jahre alt. Kein junger Hüpfer mehr. Bedeutet aber auch, dass hier erstmal keine neuen Dialysebewertungen mehr hinkommen ;)

Ich möchte mich bei meiner ganzen verrückten Family bedanken. Auch für die vielen witzigen Geschenke. Mittlerweile habe ich mich sogar an einen Duplo getraut. Ich weiß, ihr wartet jeden morgen gespannt auf die Ausscheidungsnews des Tages. Ohne euch wäre es echt nicht auszuhalten auch wenn wir paar Ausfälle wegen Krankheit hatten. Ihr seid die Besten! Ich hab euch alle ganz doll lieb und irgendwann knutsche und knuddel ich euch auch alle wieder!

Eure Tajci

Freitag, 21. Oktober 2016

Dialysebewertung "MVZ Diaverum Schlankere in Hamburg"

Das MVZ Diaverum Dialysezentrum am Alten Teichweg ist ein riesiges Krankenhaus, indem fast ausschließlich über mehrere Etagen hinweg Dialyse gemacht wird. Ich war am 14. und 17. Oktober 2016 in einem 4er-Zimmer untergebracht. Es gab sowohl Liegen als auch Krankenhausbetten. Ich hatte eine Liege und die Fresenius 5008. Zwei Flachbildfernseher waren in dem Zimmer vorhanden. Zum Frühstück gab es standardmäßig belegte Brötchen, Wasser, Kaffee oder Tee. Mich hat Dr. Krunow behandelt. Ein sehr sympathischer Arzt. St. Pauli-Fan, vielleicht deshalb so entspannt? Er punktierte mich auch mehr oder weniger erfolgreich ;) Einen WLAN-Code gab es auch, sodass ich den Fernseher sowieso nicht brauchte. Das Pflege- und Ärztepersonal war sehr kompetent und freundlich.

Bei Fragen oder Anmerkungen nutzt die Kommentare!

Der lang ersehnte Anruf!

Mit Aktionen wie der "Blutwäsche am Bahnhof" wird auf das Thema "Warten auf ein Organ" aufmerksam gemacht. Bei Wartezeiten um die neun Jahre für eine neue Niere, stelle ich mein Smartphone nach gerade mal 2,5 Jahre Warten noch häufig auf lautlos. Mittwoch, den 19.10.2016 um 20:10 Uhr war es soweit. Meine Mutter ruft meinen Freund an und sagt: "Münster hat angerufen. Sie haben eine Niere für Tati. Sag' ihr, sie soll sofort Münster zurückrufen!" Wir waren gerade bei unserem monatlichen Piratenstammtisch und ich verstand nicht gleich, warum mein Freund unsere Sachen zusammenpackt und schon die Rechnung bezahlt. Ich tat wie mir geheißen (total überrumpelt und verwirrt) und rief Münster an.

Der Arzt am anderen Ende der Leitung sagte nur: "Wir haben eine Niere für Sie!" Ich: "Und wie läuft das jetzt ab?" Er: "Wann können Sie hier sein?" Ich, noch vollkommen durcheinander war sehr optimistisch und sagte: "Ca. 'ne Stunde." Er: "Ok, bis gleich!"

Dann ging es los. Erst noch nach Hause das Ladekabel holen und bequeme Anziehsachen (meinen typischen Dialysedress: Jogginghose + T-Shirt). Zum Stammtisch trug ich nämlich eine Strumpfhose, ein Sommerkleid, einen Blazer und Absatzschuhe (kommt später noch etwas zu). Dann fuhren wir noch tanken, da wir einen Tag zuvor erst aus unserem Hamburgurlaub kamen und der Tank fast leer war. Auf der A43 dann so um 20:45 Uhr: Stau! Ein Lkw ist mit einem platten Reifen wohl liegen geblieben. Die Fahrt war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Ich habe geheult, aus Freude und Angst, ob alles gutgehen mag. Mein Freund und ich kamen letztlich um 22 Uhr an.

In Münster angekommen begrüßte mich die nette Stimme vom Telefonat. Dann ging es auch schon los. Ich kam sofort in einen Behandlungsraum und bekam einen Zugang in die rechte Ellenbeuge. Blut wurde auch massig abgezapft und ein EKG wurde geschrieben. Bei diesem EKG fiel mir auf, dass ich blöd gekleidet bin. Strumpfhose an- und ausziehen mit Zugang in der rechten Elle war sehr schwierig, weshalb mein Freund mir half. Danach hieß es in die Radiologie wo ich das Gefühl hatte, dass der Arzt etwas genervt hatte, weil man ihm wohl Stress gemacht hatte, es solle alles schnell gehen. Damit fertig, ging es wieder in einen Behandlungsraum. Nun kam der Internist und befragte mich etwas. Er wirkte auch etwas genervt, war wohl in Bereitschaft und wurde geholt, saß die ganze Zeit in Jacke da, als ob er schnell wieder nach Hause wollte. Danach kam der nette Nephrologe mit dem ich auch schon telefoniert hatte. Ich war die ganze Zeit etwas skeptisch. Ich warte schließlich erst seit 2,5 Jahren. Er war so fröhlich und begeistert und als er mir dann noch erzählt hatte, dass es eine "Full-House-Niere" ist, war dann auch ich davon überzeugt. Auch er befragte mich und wieder ging es darum meine Strumpfhose erst aus- und dann wieder anzuziehen. Wieder unter Zuhilfenahme meines Freundes. Danke! Ich fragte den Arzt, wann ich denn diesen dummen Zugang loswürfe. Er: " So in 2 Wochen!" Ich reagierte nur mit: "Gut, dann geh' ich jetzt wieder nach Hause! ;)" Das tat ich natürlich nicht.

Nun zeigte mir eine freundliche Schwester mein Zimmer auf Station. Es ist eine Art Intensiv, wo ich auch die ersten Tage nach der Transplantation verbringen sollte. Es hieß es käme nur noch ein Anästhesist und die OP war für 5 Uhr angesetzt. Mittlerweile war es Mitternacht und ich stiefelte mit meinen Absatzschuhen auf Station rum. Aus Rücksichtnahme bin ich dann auf Zehenspitzen gelaufen, wobei es sowieso sehr laut und unruhig auf der Station war und das Geklapper dann auch nicht mehr so schlimm gewesen wäre.

Als um 1 Uhr der Anästhesist noch nicht da war, fuhr mein Freund nach Hause. Er und ich würden etwas Schlaf brauchen. Sowohl bei mir als auch bei ihm zu Hause war aber nicht wirklich an Schlaf zu denken. Wir waren viel zu aufgeregt. Gegen 4:30 Uhr (der Anästhesist war immer noch nicht da) kamen mein Freund und meine Mutter. Nun warteten alle nur noch auf den Anruf aus dem OP. Ich war vorbereitet, inklusive Einlauf. Auch mein Shuntarm wurde schon markiert, damit keiner im OP auf dumme Gedanken kommt. Nun konnte es losgehen. Die Niere wurde für 4 Uhr erwartet. Um 6:30 Uhr kam ein Arzt und sagte, er präpariere nun die Niere und dann können wir in ca. einer Stunde loslegen. Um 8:30 Uhr hieß es, es dauere noch eine Stunde.

Eine Stunde später, ich war total übermüdet, erfuhr ich auch den Grund: die Niere kann nicht transplantiert werden! Die Ärzte haben beim Präparieren einen großen dunkelblauen Fleck auf der Niere entdeckt. Das zeigte mir der sichtlich enttäuschte Chirurg auf einem Bild auf seinem Smartphone. Sie verbrachten die letzten Stunden damit, Teile dieses Flecks rauszuschneiden und an die Pathologie zur Untersuchung zu schicken. Leider konnte die Pathologie nicht ausschließen, ob es sich bei dem Fleck lediglich um eine eingeflutete Zyste oder ein Karzinom handelt. Deshalb dann die Absage :(

Nach dieser Nachricht war ich hellwach. Ich verlangte sofort, dass mir der Zugang rausgenommen wird und wir verabschiedeten uns mit "bis bald!". Zuhause angekommen, gab es ein gemeinsames Frühstück. Danach war ich Frustshoppen. Es gab zwei neue Jeans und eine neue Jogginghose für die Dialyse. Die brauche ich ja jetzt dann doch noch.

Heute morgen an der Dialyse wurde ich durchgeknuddelt bis zum geht nicht mehr und auch mein behandelnder Arzt war ehrlich enttäuscht.

Das war die Generalprobe. Da muss etwas schief laufen, damit die Premiere bombastisch wird. Ich weiß, dass ich das nächste mal, bevor wir losfahren nochmal duschen gehe, mich umziehe, am Besten Turnschuhe anziehe und keine Strumpfhose. Während ich dusche, packt mein nun geübter Freund die Tasche zusammen. Er hat das alles super gemacht, auch wenn er sichtlich nervös war. Er war an dem Tag mein Held! Meine Mama war auch super, aber sie ist als damalige Lebendspenderin ja auch schon etwas vorbelastet. Mit mir als Tochter sowieso ;)

Ich möchte mich bei allen, die sei es über WhatsApp, Facebook, Telefon und sonst was mitgefiebert haben, bedanken! Danke, dass ihr da seid! Ihr seid die Besten! Jetzt sind wir alle vorbereitet, wie es das nächste mal laufen wird.

Wenn es das nächste Mal wieder nichts wird, begnügen wir uns dann mit der Redewendung: "Alle guten Dinge sind drei!", aber eigentlich will ich das nicht nochmal durchmachen.

Nun habe ich mein Smartphone nur noch selten auf lautlos. Ich warte auf den nächsten Anruf!

(auf dem Bild seht ihr eine Postkarte, ein selbst gemachtes Bild und eine Ente und einen Schwan aus Aquaperlen von meiner Schwester, Schwager und der süßesten Nichte der Welt <3)

Mittwoch, 24. August 2016

Dialysebewertung "KfH-Nierenzentrum Berlin-Mitte"

Ich war vom 22. - 26.07.2016 zweimal zur Dialysebehandlung bei der KfH-Dialyse im Haus-Vinzenz-von-Paul in Berlin-Mitte. Die Dialyse befindet sich im Erdgeschoss im Haus-Vinzenz-von-Paul, ein Neubau hinter dem St.-Hedwigs-Krankenhaus. In jedem Zimmer lagen vier Patienten. Die Zimmer waren klimatisiert und jeder Patient hatte seinen eigenen Fernseher. W-LAN gab es auf Nachfrage ebenfalls. habe ich allerdings nicht getestet. Zum Frühstück gab es belegte Aufbackbrötchen und dazu eine kleine Gemüsedekoration. An Getränken gab es Wasser, Kaffee, Tee und Apfelschorle.

Bei weiteren Fragen oder Anregungen schreibt in die Kommentare!

Dienstag, 29. März 2016

Dialyse "Garmisch-Partenkirchen"

Ich war vom 21.03. - 25.03.2016 in der Dialysepraxis von Dres. Anacker und Töpfer. Die Dialyse befindet sich im selben Haus, wie der Baumarkt im 1. und 2. Stock. Ich war direkt unter dem Dach und muss sagen: es war sehr schön. Vor allem die Holzverkleidungen hatten was. Die Dialyseplätze waren alle in einem Raum verteilt und es war immer mindestens eine Schwester anwesend. Generell war die Personalausstattung überdurchschnittlich und das Personal war sehr nett und zuvorkommend. Zum Frühstück gab es belegte Brötchen, klein geschnittenes Obst und Gemüse und an Getränken Kaffee, Tee und Mineralwasser. Fernseher waren auch vorhanden, allerdings kein WLAN.

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Donnerstag, 19. November 2015

Dialysebewertung "Bad Münder"

Die Dialyse in Bad Münder ist fußläufig von der dortigen Rehaklinik erreichbar. Sie befindet sich im 1. Stock. Das Personal ist sehr nett und zuvorkommend. Ich war vom 06.10. - 27.10.2015 dort. Größtenteils fand die Dialyse in Krankenhausbetten statt. Die Maschinen waren vom Modell Fresenius 5008. Zum Frühstück gab es belegte Brötchen und auch hausgemachten Quark. Fernseher waren auch vorhanden. Die diensthabenden Ärzte halten auch nephrologische Vorträge in der Rehaklinik.

Bei weiteren Fragen oder Anregungen schreibt in die Kommentare!

Dialysebewertung "Makarska, Kroatien"

Trotz Dialyse sollte man nicht auf den Urlaub verzichten. Der Urlaub dient der Erholung, Regenerierung und Entspannung. Deshalb war ich vom 01.09. - 12.09.2015 in Makarska in Kroatien an der Adria. Dialysezeiten sind morgens. Wir hatten drei Schwestern für höchstens 12 Patienten. Fernseher waren vorhanden, jedoch lief eher das Radio. Das Personal war sehr zuvorkommend und konnte etwas Deutsch, Englisch und Italienisch. Beim ersten Termin sollte man vielleicht besser einen Muttersprachler mitnehmen, sofern es noch Klärungsbedarf gibt. Zum Frühstück gab es Sandwiches und Freitags Pizza. Die Maschinen waren auf aktuellem Stand (Fresenius 4008S).

Sofern ihr noch Fragen oder Anregungen habt, schreibt ruhig!

Dialysebewertung "Göttingen"

Die Dialyse ist im örtlichen Krankenhaus, dass etwas außerhalb liegt. Vor Ort erfolgt die Dialyse größtenteils in Krankenhausbetten. Die Maschinen sind auf dem aktuellen Stand. TV-Geräte sind ebenfalls vorhanden. Sehr zuvorkommendes Personal. Zum Frühstück gab es belegte Brötchen mit Salatdekoration.

Bei weiteren Fragen oder Anregungen, nutzt die Kommentare!

Dialysebewertung "Offenburg"

Die Dialyse befindet sich im örtlichen Krankenhaus im Erdgeschoss. TV-Geräte sind vorhanden. Sehr nettes Personal! Ich war am 30.12.2014 dort. Die Maschinen sind auf dem aktuellen Stand. Ich war in der Frühschicht wo belegte Brote serviert wurden.

Bei weiteren Fragen oder Anregunen, nutzt die Kommentare!

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Dialysebewertung "KfH-Gesundheitszentrum Recklinghausen"

Die Dialysezimmer im KfH Recklinghausen mit 3 - 6 Patienten werden regelmäßig renoviert und generell wird das Zentrum auf einen neuen Stand gehalten. Flachbildfernseher sind in allen Zimmern verfügbar. Kostenfreies WLAN ebenfalls. Das Pflege- und Ärztepersonal sind sehr kompetent und freundlich. Zur Verpflegung gibt es belegte Brote, Salate, Desserts, usw. Getränke wie Wasser, Kaffee und Tee sind ebenfalls vorhanden.

Bei Fragen oder Anmerkungen nutzt die Kommentare!

Dienstag, 28. Oktober 2014

Dialysebewertung "KfH-Zentrum Herten"

Das KfH-Zentrum Herten ist in der Fußgängerzone gegenüber vom Glashaus. Der Nachteil an der zentralen Lage: Taxen dürfen nicht vorfahren, sodass der Patient nach der Dialyse ein Stückchen laufen muss. Die Dialyseplätze sind mit Krankenhausbetten und modernen Maschinen ausgestattet. Zur Verpflegung gibt es Mittagessen. Das Pflegepersonal ist freundlich und arbeitet teilweise auch im KfH-Zentrum Recklinghausen. Die Ärzte sind ebenfalls dieselben. Garderoben stehen den Patienten zur Verfügung.

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Dialysebewertung "KfH Nierenzentrum Norderney"

Die Dialyse Norderney befindet sich im Krankenhaus der Insel im 1. Stock. Die Dialysemaschinen sind auf dem aktuellen Stand. Es wird sich sehr um die Dialysepatienten gekümmert. Fahrradfahren an der Dialyse  ist ebenfalls möglich, sofern man einen Platz im Krankenhausbett ergattert. Zur Verpflegung gibt es belegte Brötchen mit Salatdekoration. Die Dialysezeiten sind Vormittags und Mittags. TV-Geräte sind auch ausreichend vorhanden.

So kann man auch als Dialysepatient seinen Urlaub auf der Insel genießen!

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